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Die Ferieninitiative schadet KMU und Arbeitnehmenden

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Die Einführung von 6 Wochen Ferien wird die Arbeitskosten  ansteigen lassen und die Wettbewerbsfähigkeit der Walliser Unternehmen entsprechend negativ beeinflussen. Ausserdem sind die Auswirkungen auf das Wohlbefinden der Arbeitnehmer fragwürdig. Die WIHK ist entschieden gegen einen Text der eine direkte Bedrohung für die KMU darstellt.

Die Initiative kostet die Schweizer KMU über 6 Milliarden Franken pro Jahr. Diese Erhöhung der Lohnkosten käme zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt. Denn der starke Franken und die weltweite wirtschaftliche Abkühlung machen den Schweizer Unternehmen bereits heute schwer zu schaffen – ein Ende ist nicht absehbar.

Die Arbeit in der Schweiz noch zusätzlich verteuern ?

Gerade für kleinere Firmen – 86.7 Prozent der Walliser Firmen haben weniger als zehn Angestellte – wären die Folgen der Initiative besonders schwerwiegend. Denn sie können längere Abwesenheiten und das dadurch fehlende Know-how schlechter kompensieren als grosse Firmen. Ausserdem ist zu befürchten, dass noch mehr Angestellte zu den Hauptferienzeiten fehlen werden. Gerade für Kleinstfirmen wird es so schwieriger, verlässlich zu planen und Aufträge auszuführen. Doch nur wer als Firma Kontinuität und Zuverlässigkeit garantiert, kann auf dem Markt bestehen und Arbeitsplätze schaffen.

Wegen der Frankenstärke ist der Druck gross, Arbeitsplätze in Länder mit tieferen Arbeitskosten zu verlagern oder Waren vermehrt bei ausländischen Zulieferern zu beziehen. In beiden Fällen gehen in der Schweiz Arbeitsplätze verloren. Das bekommen vor allem schlechter ausgebildete Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu spüren. Bei ihnen steigt die Arbeitslosigkeit am schnellsten.

Die Initiative schadet den Arbeitnehmenden

Viele Firmen können es sich in der schwierigen wirtschaftlichen Lage nicht leisten, zusätzliche bezahlte Stellvertretungen einzustellen. Folglich nimmt die Belastung für die anwesenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu. Sie müssen während der längeren Ferienabwesenheit ihrer Arbeitskollegen mehr Stellvertretungen und Zusatzbelastungen übernehmen. Das bedeutet für die Anwesenden mehr Hektik und mehr Stress. Die Ferieninitiative entpuppt sich damit als Bumerang. Denn sie verursacht nicht weniger, sondern mehr Stress.

Heute profitieren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von flexiblen Arbeitszeiten und individuellen Jobmodellen: Teilzeitstellen, Jobsharing und Möglichkeiten, zu Hause zu arbeiten. Gerade für berufstätige Eltern kann dies wertvoller sein als mehr Ferien. Denn die Flexibilität erleichtert die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Solche individuell auf den Arbeitnehmenden abgestimmten Modelle gefährdet die Ferieninitiative mit ihren starren Regelungen. Denn individuelle Jobmodelle und mehr Ferien werden sich insbesondere KMU nicht leisten können.

Werden die KMU jährlich mit bis zu einem halben Monatslohn pro Beschäftigten mehr belastet, haben die Arbeitgebenden in der Regel zwei Möglichkeiten: Entweder sie korrigieren die Löhne nach unten oder sie verzichten solange auf Lohnerhöhungen, bis der Produktivitätsverlust kompensiert ist. Die Verlierer sind die Angestellten.

Aus all diesen Gründen rufen wir Sie dazu auf, die Volksinitiative „6 Wochen Ferien für alle“ mit einem NEIN zu verwerfen.