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Die Leitung Chamoson-Chippis kann nicht mehr warten

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Der Bericht der vom Staatsrat beauftragten Experten ist formell: « Der Bau der doppelten 380kV-Leitung zwischen Chamoson und Chippis ist notwendig und dringend » und muss bis spätestens 2015 fertig gestellt sein. Ansonsten ist die Verlässlichkeit des Schweizer Elektrizitätsnetzes bedroht. Die WIHK als Dachverband der kantonalen Wirtschaft engagiert sich für die schnelle Realisierung dieses Projekts um die Stromversorgung der Schweizer und Walliser Unternehmen zu garantieren.

Qualität und Versorgungssicherheit an erster Stelle

Das Expertenkollegium zeigt die Wichtigkeit des Walliser Abschnitts der Höchstspannungsleitung für das Wallis auf der einen Seite, aber auch für die Verlässlichkeit des Schweizer Netzes und seine strategische Rolle im Zentrum der Europäischen Elektrizität auf der anderen Seite auf. Dadurch bestätigt es die nationale und internationale Dimension dieses kantonalen Themas. Die Stabilität des Netzes ist ein kritisches Element für den wirtschaftlichen Wohlstand unseres Landes. Für die Industrie, welche bereits durch eine rapide Degradation der Rahmen- bedingungen angeschlagen ist, hätten ein Qualitätsverlust und ein Ansteigen der Strompreise fatale Folgen. « Im Falle einer Verzögerung der Arbeiten, wären die Unternehmen vermehrt mit Schäden an ihren Maschinen konfrontiert », warnt Vincent Riesen, Direktor der WIHK. « Bei Anlagen welche Fr. 100’000.– und mehr kosten, sind die Auswirkungen auf die Investitionen und die Beschäftigung leicht absehbar », fügt er hinzu. Bernard Bruttin, Präsident der WIHK ist der Ansicht, « dass sich das Bundesamt für Energie und der Kanton Wallis ihrer Verantwortung stellen und beweisen müssen, dass sie für die Stromversorgung des Wallis und der Schweiz zuverlässige Partner sind ».

Die Experten sind kategorisch: der Abschnitt muss bis 2015 fertig gestellt sein. Für die WIHK und die Walliser Wirtschaftskreise welche sie repräsentiert, liegt die Priorität bei der Realisierung des Abschnitts Chamoson-Chippis innerhalb der vorgegebenen Frist. Das aktuelle Projekt, welches laut Experten die strengsten Schutzvorschriften für die Bevölkerung respektiert, ist die tauglichste Lösung, um die Verbindung Chamoson-Chippis bis zum zwingenden Termin 2015 fertig zu stellen. Dennoch würde die WIHK weiterhin das Projekt der „teilweisen Erdverlegung“ bevorzugen, welches von den Experten ebenfalls in Betracht gezogen wurde. Voraussetzung ist jedoch, dass der Termin 2015 eingehalten wird und die berechneten Mehrkosten nicht ausschliesslich von den Endverbrauchern (Haushalte und Unternehmen) getragen werden müssen. Die WIHK ersucht die kantonalen und nationalen Behörden, ihre Anstrengungen ohne Verzögerung weiter zu führen.

Erdverlegung ja, aber später und im Rahmen eines globalen, für das ganze Wallis ausgearbeiteten Projekts

In einem zweiten Schritt, vorausgesetzt die Versorgungssicherheit ist garantiert, kann eine Erdverlegung in Betracht gezogen werden. « Es wäre falsch, die Walliser Industrie, dem Walliser Tourismus und dem Lebensraum der Bewohner entgegen zu stellen», bemerkt Bernard Bruttin. « Überall dort, wo die Interessen der Bevölkerung und des Landschaftsschutzes eine ausschlaggebende Rolle spielen, sind wir bereit, pragmatische Lösungen zu suchen ». Da die Leitungsmasten leicht zu demontieren sind, sollte es möglich sein, sie durch unterirdische Leitungen zu ersetzen.

Die Frage der Finanzierung dieser Spezialarbeiten muss vorgängig geklärt werden. Die Industrie- und Handwerksbetriebe stellen 60% des Stromkonsums dar. Nach der heutigen Gesetzgebung, müssten sie für den gleichen Anteil an den Baukosten aufkommen. « Nicht einverstanden», wendet Vincent Riesen ein, « es ist ungerecht, die Unternehmen und Haushalte via Stromrechnung zur Kasse zu bitten. Die Antragssteller und hauptsächlich Betroffenen sind die angrenzenden öffentlichen Kollektivitäten. Somit liegt es an ihnen, das Portemonnaie zu öffnen.»

Eine einmalige Gelegenheit die genutzt werden muss

Es muss eine Kompromisslösung geben. Die unverzügliche Realisierung der Leitung zur Stabilisierung des Netzes bleibt Priorität. In einer zweiten Etappe folgt die Studie eines globalen, für die Gesamtheit des Kantons gültigen Konzepts zur Reduzierung der Auswirkungen auf die Bevölkerung und die Landschaft. Parallel dazu müssen von den involvierten Partnern Lösung zur Finanzierung dieser Anpassungen gesucht werden. So kann das Wallis seine energetischen und industriellen Trümpfe voll ausspielen und gleichzeitig seinen Lebensraum schützen.