Energie und Umwelt, Pressemitteilungen

Rationalisierung Ja, Rationierung Nein

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Sitten – Die Energiestrategie 2050 des Bundesrats garantiert keine gesicherte Energieversorgung für unser Land. Die Walliser Wirtschaft bedauert das dirigistische Abdriften der Bundesverwaltung welche Rationalisierung mit Rationierung verwechselt. Eine tiefgreifende Modernisierung der Energieversorgung ist unbestritten notwendig. Mit klar gesetzten Prioritäten könnte das Wallis zahlreiche Vorteile ausspielen.

Versorgung in Gefahr

Der Bundesrat stützt sich auf widersprüchliche Hypothesen. Um aufzuzeigen, dass die neuen erneuerbaren Energien die Schliessung der grossen Zentralen kompensiert, beschliesst er die Senkung der Stromnachfrage. « Dieses Vorhaben lässt uns perplex » kommentiert Bernard Bruttin, Präsident der WIHK, den Entscheid. Trotz der ständigen Fortschritte bei der Energieeffizienz deuten alle Tendenzen auf einen Anstieg der Nachfrage hin: Bevölkerungswachstum, Zunahme von kleinen Haushalten, Förderung von Wärmepumpen und Elektrofahrzeugen, Entwicklung des öffentlichen Verkehrs, im Speziellen des Schienenverkehrs, etc. Produktionsrückgang gegen steigende Nachfrage: eine Lücke tut sich auf.

Bereits heut importiert die Schweiz im Winter Strom aus dem Ausland. Sie riskiert ihren Strombedarf in Zukunft nicht mehr decken zu können. Auch die Nachbarstaaten werden zukünftig vermehrt auf Stromimporte zurückgreifen. Es ist nicht sicher, dass die Schweiz dann als erstes bedient wird.

Die WIHK besteht darauf, dass die Versorgungssicherheit wieder zur obersten Priorität der Energiestrategie des Bundes erklärt wird. « Wenn die black outs erst einmal da sind, ist es zu spät », warnt Vincent Riesen, Direktor der WIHK.

Technologie reimt sich nicht mit Magie

Die politischen Organe müssen sich vom Dirigismus lossagen. Sie setzen auf einige Technologien, schliessen andere hingegen gänzlich aus. Es ist nicht garantiert, dass diese Strategie unser Land versorgen kann.

Wir ermahnen sie, Mut zu zeigen, und konsequent Prioritäten zu setzen. Es wird unmöglich sein, den Wirtschaftsplatz Schweiz zu verteidigen, wenn gleichzeitig die verschiedensten Ziele angestrebt werden: Nuklearausstieg, Reduktion des CO2 Ausstosses, Schutz der Landschaft vor Windkraftanlagen und Hochspannungsleitungen, Verschonung der Flora und Fauna vor der Erhöhung von Staudämmen, Zunahme des Restwassers und Schutz des gebauten Kulturguts vor Solaranlagen.

Die WIHK verlangt mehr Pragmatismus bei der Vorgehensweise in Energiefragen. Die von der Gesellschaft und der Wirtschaft verlangen Opfer müssen ins rechte Verhältnis gesetzte werden. Was die Belastung unseres Planeten betrifft, fällt die Schweiz im Vergleich zu den Vereinigten Staaten, China oder der EU kaum ins Gewicht.

Vorteile des Wallis

Für die Walliser Wirtschaft stellt die Energiewende potentiell eine Chance dar. Das Wallis bietet für erneuerbaren Energien topographisch und klimatisch geeignete  Konditionen. Die im Kanton traditionell vertretenen Industrie- und Akademiezweige versprechen ein schnelle Entwicklung der neuen Technologien und hervorragende Perspektiven für die Förderung von neuen Betätigungsbereichen. Die Reduktion der Ausgaben gegenüber dem Ausland, angestrebt durch Energieeinsparungen und Effizienzsteigerungsmassnahmen, könnten die Wirtschaft vor den teilweise brutalen Schwankungen bei den Energieversorgungsbedingungen in Sicherheit bringen.

Die WIHK verlangt eine ausgeglichene Strategie 2050. Statt einer Multiplikation von Taxen und Abgaben sollen vorteilhafte Rahmenbedingungen für Investitionen und Innovation geschaffen werden.